Der Ablauf einer Energieberatung...

- Energieberatung rund um Ihr Haus

- Gebäude-Energieberater / Energiesparberater – wer ist das?

Da das Spektrum einer Energieberatung sehr breit gefächert ist, möchte ich den Ablauf einer Gebäude-Energieberatung an Hand eines realen Beispiels zeigen. Das betrachtete Gebäude wurde im Jahr 2010 modernisiert.


Schritt 1: Die Bestandsaufnahme

Um eine Gebäudemodernisierung planen zu können ist eine sorgfältige Bestandsaufnahme erforderlich. Dies geschieht beim Vor-Ort-Termin am Objekt mit dem Kunden. Bei allen wärmeübertragenden Flächen wie Außenwand, Fenster, Dach, etc., wird ein Aufmaß erstellt und die jeweilige Bauteilkonstruktion erfasst. Ebenso werden die haustechnischen Anlagen dokumentiert.



Schritt 2: Das ErÖrterungsgespräch

Beim Erörterungsgespräch wird gemeinsam mit dem Eigentümer festgelegt, mit welcher Zielsetzung die Maßnahmen zur energetischen Gebäudemodernisierung geplant werden sollen. Hier spielt die eigentliche Motivation des Bauherrn eine entscheide Rolle was überhaupt saniert werden soll. ( Vorgabe des Finanziellen Rahmens).

Im vorliegenden Fall wurden folgende Vorgaben getroffen:

  •  Reduzierung des Energiebedarfs durch Verbesserung der Gebäudehülle
  •  Erneuerung der bestehenden Niedertemperatur Heizungsanlage durch eine Pellets-Anlage oder
     alternativ durch eine Wärmepumpenheizung Sole/Wasser (Erdwärme)
  •  Ziel: Erreichen des Modernisierungszieles auf „Neubauniveau“

Schritt 3: Die Datenverarbeitung

Die bei der Bestandsaufnahme ermittelten Daten werden nun mit Hilfe einer speziellen Energieberatungs-Software verarbeitet. Als Ergebnis erhalten wir Kennzahlen zum Energiebedarf des alten Gebäudebestands.



Im vorliegenden Fall ergab sich ein Primärenergiebedarf von 204 kwh/m2a, was als verbesserungsbedürftig einzuordnen ist.


Schritt 4: Die Varianten

Als nächster Schritt werden die Maßnahmenpakete (=Varianten) zusammengestellt. Mit Hilfe der Software werden die zum Erreichen des Modernisierungszieles erforderlichen Maßnahmen simuliert und in einzelne Maßnahmenpakete zusammengestellt. Gleichzeitig werden die veränderten Bauteile auf ihre bauphysikalische Verträglichkeit, wie z.B. Feuchteschutz, überprüft.

Folgende Varianten wurden vorgeschlagen:

Variante 1:

  •  Dämmung der Außenwände mit 100mm WLG 040.
  •  Austausch der alten Fensterelemente gegen einen verbesserten U-Wert von 1,3.
  •  Kellerdecke unterseitig dämmen mit 80mm WLG 035 W/m2k.
  •  Als neuer Wärmeerzeuger wurde eine Pellets-Anlage gewählt.

Variante 2:

  •  Dämmung der Außenwände mit 100mm WLG 040.
  •  Austausch der alten Fensterelemente gegen einen U-Wert von 1,3.
  •  Kellerdecke unterseitig dämmen mit 80mm WLG 035.
  •  Als neuer Wärmeerzeuger eine Wärmepumpe Sole/Wasser ( Erdwärme )

Die Simulation der einzelnen Varianten werden zusätzlich in Grafiken dargestellt. Die folgenden Grafiken finden sich im erstellten Beratungsbericht wieder. Dort sehen Sie diese auch erläutert.



Die Grafik zeigt die Veränderung des Gesamt-U-Wertes der Gebäudehülle, mit Darstellung des Bestandes und deren Modernisierungsvarianten. Die vorgeschlagenen Varianten bewirken eine Verbesserung von 0,85 auf 0,39 bzw. 0,40 W/m2k.



Die Darstellung zeigt Ihnen die Veränderung des Primärenergieverbrauchsan. Der Primärenergieverbrauch beziffert den Energieverbrauch einschl. des Energieverbrauchs zur Gewinnung oder Herstellung des jeweiligen Energieträgers.



Parallel zur Ausarbeitung der Modernisierungsmaßnamen werden die geschätzten Baukosten ermittelt. Hieraus errechnen sich die dargestellten Amortisationszeiten der Modernisierungsvarianten.



Auf Grundlage einer angenommenen Energiepreissteigerung von 5%/Jahr zeigt die Grafik die zu erwartenden jährlichen Energiekosten für die nächsten 40 Jahre.


Schritt 5: Der Beratungsbericht

Alle Daten des bestehenden Gebäudes und die Auswirkungen der einzelnen Varianten werden in einem ausführlichen Beratungsbericht dargestellt. Der Eigentümer erhält so einen umfassenden Überblick und eine Vielzahl an wichtigen Hinweisen sowie deren Entscheidungshilfen für sein Projekt.

Schritt 6: Das Beratungsgespräch

Der Energieberater übergibt nun dem Bauherrn den erstellten Beratungsbericht und erläutert diesen. Damit erhält er umfassende Kenntnis zum energetischen Zustand des Gebäudebestandes sowie den Auswirkungen der simulierten Modernisierungsvarianten. Weiterhin informiert der Energieberater an dieser Stelle konkret über das derzeitige Angebot an Fördermitteln und zinsgünstigen Darlehen.

Sofern der Eigentümer die Modernisierung nicht, oder zu einem späteren Zeitpunkt durchführen möchte, endet hier die Gebäude-Energieberatung.


Schritt 7: Die Durchführung

Im vorliegenden Fall hat sich der Eigentümer zur Durchführung der Variante 2 entschieden.

In diesem Fall wurde der Eigentümer bei der Modernisierung des Gebäudes begleitet, und bei der Auswahl der Baustoffe beraten. Anschließend wurden die erforderlichen Bestätigungen erstellt.

Die komplette Modernisierung wurde über das CO2- Gebäudesanierungsprogramm bei der KfW-Bank finanziert. Vom BAFA wurde außerdem ein Zuschuss zur Heizungsanlage gewährt.

Durch Erreichen des neuen Sanierungszieles „Neubauniveau“ konnte von der KfW-Bank ein Tilgungszuschuss in Höhe von 5% der Sanierungskosten vom Darlehen in Abzug gebracht werden.

Die Kosten der Gebäudemodernisierung belasten nach Aussage des Eigentümers weder diesen selbst, noch die Mieter. Die durch die Modernisierung erzielten Einsparungen bei den Energiekosten decken die Finanzierungskosten mit Zins- und deren Tilgungsleistungen vollständig ab (kalkuliert auf eine Laufzeit von 15 Jahren).


Das Ergebnis:

Das Ergebnis kann als ein gelungenes Beispiel einer „energetischen Gebäudesanierung“ bezeichnet werden. Das Gebäude ist nach der Sanierung energetisch als „sehr gut“ einzustufen, und erstrahlt zudem auch in neuem Glanz. Dies steigerte zudem gleichzeitig den Wert der Immobilie. Abschließend sehen Sie die neue Einordnung der Kennzahlen nach der Modernisierung.



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